Forschung

Institute of Science and Technology Austria (IST Austria)

IST Austria - Ein internationales Institut für Grundlagenforschung

Das Institute of Science and Technology (IST Austria) in Klosterneuburg ist ein Forschungsinstitut mit eigenem Promotionsrecht. Das 2009 eröffnete Institut widmet sich der Grundlagenforschung in den Naturwissenschaften, der Mathematik und den Computerwissenschaften. Das Institut beschäftigt Professoren und Professorinnen nach einem Tenure-Track-Modell, Postdocs sowie PhD-Studierende in einer internationalen Graduate School. Neben dem Bekenntnis zum Prinzip der Grundlagenforschung, die rein durch wissenschaftliche Neugier getrieben wird, hält das Institut die Rechte an allen resultierenden Entdeckungen und fördert deren Verwertung. Der erste Präsident des IST Austria ist Thomas A. Henzinger, ein renommierter Computerwissenschaftler und vormals Professor der University of California in Berkeley, USA, und der EPFL in Lausanne, Schweiz.

Das Institute of Science and Technology Austria (IST Austria) in Klosterneuburg ist ein Forschungsinstitut mit eigenem Promotionsrecht. Das im Jahr 2009 eröffnete Institut widmet sich der Spitzenforschung in den Naturwissenschaften, der Mathematik und den Computerwissenschaften. In der internationalen Graduate School werden aufstrebende junge Forschende in einem englischsprachigen Umfeld ausgebildet. Gegründet wurde IST Austria gemeinsam von der österreichischen Bundesregierung und dem Land Niederösterreich. Seit der Eröffnung 2009 wächst das Institut kontinuierlich, gegen Ende 2016 sollen rund 45 Professoren und Professorinnen und etwa 500 Forschende vor Ort sein, bis 2026 werden rund 90 Professoren und Professorinnen und etwa 900 Forschende am Campus wissenschaftlich arbeiten.

IST Austria rekrutiert seine Forschenden – von den Doktoratsstudierenden bis zu den Professoren und Professorinnen - in der ganzen Welt und wählt sie ausschließlich auf Grundlage der Qualität ihrer Forschungsarbeit und ihres Entwicklungspotenzials aus. Neben dem Bekenntnis zum Prinzip der Grundlagenforschung, die rein durch wissenschaftliche Neugier getrieben wird, hält das Institut die Rechte an allen resultierenden Entdeckungen und fördert deren Verwertung. Die Finanzierung des Instituts stützt sich auf vier Säulen: öffentliche Finanzierung, Forschungsförderungen durch Peer-Review-Begutachtung, Technologie-Lizenzierung und Spenden. Die Führungs- und Management-Strukturen von IST Austria garantieren die Unabhängigkeit und Freiheit von politischen und kommerziellen Einflüssen. Das Institut wird durch den Präsidenten geleitet, der vom Kuratorium bestellt und durch einen wissenschaftlichen Beirat unterstützt wird. Eine internationale Jury bestehend aus externen Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen evaluiert das Institut regelmäßig.

2015 wurde erstmalig eine Leistungsvereinbarung (LV)  zwischen dem IST Austria und dem BMWFW mit Geltungsdauer für die Jahre 2015-2017 abgeschlossen. Die LV umfasst ein Gesamtbudget von 156,9 Mio., wobei der konkrete Betrag aufgrund der tatsächlichen Höhe zugeflossener Drittmittel (und dem "Matching Fund Mechanismus") schwanken kann. Leistungsvereinbarung 2015-2017 (PDF, 240 KB)

Am 1.12.2015 wurden die Ergebnisse einer umfassenden wirtschaftlichen Evaluierung des IST Austria präsentiert. Diese wurde gemeinsam von BMWFW und Land Niederösterreich nach einer internationalen Ausschreibung im Jahr 2014 beauftragt und von Price Waterhouse Coopers (pwc), Drees & Sommer sowie Technopolis durchgeführt. Dem Ergebnis zufolge werden die von Bund und Land Niederösterreich zur Verfügung gestellten Mittel sparsam, zweckmäßig und wirtschaftlich eingesetzt und der wissenschaftliche Entwicklungsplan korrespondiert gut mit jenem finanziellen Rahmen, der dem IST Austria für seinen Aufbau bis zum Jahr 2026 von der Republik Österreich und dem Land Niederösterreich zugesichert wurde. Aufgrund der guten administrativen und finanziellen Strukturen sowie der schon bisher erfolgreichen Rekrutierung von internationalen Spitzenforschenden wird dem IST Austria eine positive Zukunftsentwicklung und die "Erreichung der im IST Austria-Gesetz und den darauf basierenden Vereinbarungen definierten Ziele" prognostiziert.

Wirtschaftliche Evaluierung des IST Austria, Synthesis Report, deutsch (PDF, 636 KB)
Economic assessment of IST Austria, Synthesis Report, englisch (PDF, 676 KB)

Im Dezember 2015 wurde die 2. wissenschaftliche Evaluierung, die aufgrund gesetzlicher Bestimmungen des Instituts im Abstand von vier Jahren festgelegt ist, mit einem Vor-Ort-Besuch abgeschlossen. Das 6-köpfige, international hochkarätige Evaluierungspanel – darunter 3 Nobelpreisträger und eine Turing-Award-Gewinnerin,  untersuchte dabei insbesondere Ertrag und Qualität der wissenschaftlichen Arbeit, Forschungsfelder und Berufung von Professoren bzw. Professorinnen, nationale wie internationale Zusammenarbeit, Graduiertenausbildung, allgemeine Arbeitsbedingungen, Planungs- und Bautätigkeit am Campus sowie Organisationsstrukturen und Pläne für die nächsten vier Jahre. Der Evaluierungsbericht bescheinigt dem Institut eine überaus positive Entwicklung, die sich insbesondere durch die hohe Anzahl bisher eingeworbener Drittmittel und Spenden, eine bemerkenswerte Erfolgsquote bei den hochkompetitiven Programmlinien des Europäischen Forschungsrats (ERC), ein international kompetitives interdisziplinäres PhD-Programm und ein sorgsames und planvolles Management durch den Präsidenten auszeichnet. Nach Einschätzung des Evaluierungskomitees wird das Institut in Anbetracht der bisherigen Gesamtentwicklung sein angestrebtes Ziel, sich zu einer der weltweit führenden Spitzenforschungseinrichtungen zu entwickeln, erreichen können. (Wissenschaftliche Evaluierung des IST Austria in Deutsch und Englisch)

Die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen und ihre Forschung

IST Austria ist ein interdisziplinäres Forschungsinstitut, das die traditionellen Grenzen zwischen den einzelnen Wissenschaftsdisziplinen bewusst verschwimmen lässt. Der Schwerpunkt liegt auf Grundlagenforschung in den Bereichen Biowissenschaften, Physik, Chemie, Mathematik und Computerwissenschaft. Da Professuren nicht in bestimmten wissenschaftlichen Themen ausgeschrieben und interdisziplinäre Kooperationen aktiv gefördert werden, kann das Institut rasch in neue wissenschaftliche Richtungen expandieren.

Die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen am IST Austria sind in unabhängigen Forschungsgruppen organisiert. Jede Gruppe wird von einem (Assistant) Professor oder einer (Assistant) Professorin geleitet und besteht in etwa aus 10 Doktoratsstudierenden und Postdocs. Während Professoren und Professorinnen unbefristete Verträge erhalten, haben Assistant Professoren und -Professorinnen, angelehnt an das US Tenure-Track-System, befristete Verträge für mehrere Jahre. Auf einen befristeten Vertrag kann eine Beförderung zur Professur mit unbefristetem Vertrag folgen. Über die Beförderung wird ausschließlich aufgrund der wissenschaftlichen Leistungen der Assistant Professorin bzw. des Assistant Professors entschieden, basierend auf einer Bewertung durch internationale wissenschaftliche Gutachten. Alle Doktoratsstudierenden und Postdocs erhalten befristete Arbeitsverträge.

Im Juni 2009 eröffnete das Institut das erste Gebäude mit Büros für Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, die in theoretischen Forschungsfeldern tätig sind. Im Oktober 2010 wurde das erste Laborgebäude für die experimentellen Wissenschaften eröffnet, im November 2012 das zweite Laborgebäude. Am 1. Dezember 2015 wurde das dritte und bislang größte Labor- und Bürogebäude eröffnet. Darüber hinaus bietet IST Austria einen Hörsaal mit 200 Sitzplätzen, Seminarräume für Vorträge und Lehrveranstaltungen sowie ein Gästehaus. Und nicht zuletzt trägt die angenehme Atmosphäre des Campus inmitten des Wienerwaldes dazu bei, wissenschaftliche Ideen und Interaktionen anzuregen.

Nick Barton    
Evolutionary and Mathematical Biology

Eva Benková   
Plant developmental biology

Bernd Bickel   
Computer Graphics and Digital Fabrication

Jonathan P. Bollback  
Evolutionary Biology

Tobias Bollenbach  
Biophysics and Systems Biology

Krishnendu Chatterjee 
Game Theory and Software Systems Theory

Sylvia Cremer   
Evolutionary and Behavioral Biology

Jozsef Csicsvari  
Systems Neuroscience

Herbert Edelsbrunner  
Algorithms, Geometry and Topology

Laszlo Erdös   
Applied Mathematics, Mathematical Physics

Johannes Fink  
Quantum Integrated Devices

Jiří Friml   
Developmental and Cell Biology of Plants

Călin C. Guet   
Systems and Synthetic Biology

Tamas Hausel
Geometry and its Interfaces

Carl-Philipp Heisenberg 
Cell and Developmental Biology

Thomas A. Henzinger 
Software Systems Theory

Simon Hippenmeyer   
Developmental Neurobiology

Björn Hof   
Turbulence, Fluid Dynamics, Bio-Fluidics

Harald Janovjak  
Molecular and Cellular Biophysics, Optogenetics

Peter Jonas   
Neuroscience

Georgios Katsaros  
Nanoelectronics

Anna Kicheva
Tissue Growth and Development Pattern Formation

Vladimir Kolmogorov   
Computer Vision and Graph Algorithms

Christoph Lampert  
Computer Vision and Machine Learning

Mikhail Lemeshko  
Theoretical Atomic, Molecular, and Optical Physics

Martin Loose    
Self-Organization of the Cell

Jan Maas    
Stochastic Analysis

Gaia Novarino   
Epilepsy and Cognitive Disorders

Krzysztof Pietrzak   
Cryptography

Leonid Sazanov   
Structural Biology of Membrane Protein Complexes

Robert Seiringer  
Many-body Systems in Quantum Mechanics

Ryuichi Shigemoto   
Molecular Neuroscience

Sandra Siegert
Neuroimmunology in Health and Disease

Daria Siekhaus   
Cell and Developmental Biology

Michael Sixt   
Cell Biology and Immunology

Gašper Tkačik  
Theoretical Biophysics and Neuroscience

Caroline Uhler   
Statistics

Beatriz Vicoso   
Sex-Chromosome Biology and Evolution

Uli Wagner   
Combinatorics, Geometry, Topology

Chris Wojtan   
Computer Graphics

Die IST Austria Graduate School – Starte deine wissenschaftliche Karriere am IST Austria

Das Doktoratsstudium an der internationalen Graduate School des IST Austria ist der erste Schritt in einer wissenschaftlichen Karriere in den Forschungsgebieten des Instituts und interdisziplinären Themen. Die Sprache von Forschung und Lehre am IST Austria ist Englisch. Die Dauer des Doktoratsstudiums hängt von der vorangegangenen Ausbildung und dem individuellen Fortschritt ab und beläuft sich im Durchschnitt auf vier bis fünf Jahre.

Alle im Programm aufgenommenen Doktoratsstudierenden werden mittels Arbeitsverträgen mit international konkurrenzfähigem Gehalt sowie österreichischer Sozialversicherung vollwertig am Institut angestellt. Für die erste Orientierungsphase können Wohnungen am Campus je nach Verfügbarkeit für bis zu ein Jahr gemietet werden. Derzeit arbeiten Studierende aus 32 Ländern am IST Austria.

Während der ersten Phase des Doktoratsstudiums, die in der Regel ein Jahr dauert, besuchen die Studierenden fortgeschrittene Vorlesungen und interdisziplinäre Kurse und arbeiten in drei verschiedenen Forschungsgruppen. In dieser Zeit wählen sie auch Betreuer und Thema ihrer Dissertation. Am Ende der ersten Phase wird das Dissertationsthema präsentiert und eine Qualifikationsprüfung absolviert. Während der zweiten Phase des Doktoratsstudiums konzentrieren sich die Studierenden auf die Forschung zu ihrem Dissertationsthema. Das gesamte Professoren- und Professorinnen-Kollegium begutachtet den Fortschritt der Studierenden regelmäßig. Nach erfolgreicher Verteidigung der Dissertation am Ende des Studiums erfolgt die Verleihung des PhD-Titels.

Alle Interessierten können sich jeweils bis zum 15. Jänner des Jahres für die Graduate School bewerben. Die Bewerbung richtet sich nicht vorab an einen bestimmten Professor oder eine Professorin, sondern wird vom gesamten Kollegium bewertet.

Zulassung zur IST Austria Graduate School:
- Jährliche Ausschreibung
- Online-Bewerbung ab 15. November
- Besuchstag für interessierte Studierende im November
- Bewerbungsschluss 15. Jänner (des Folgejahres)
- Besuchstag für ausgewählte Bewerber und Bewerberinnen im März (Reisekosten erstattet)
- Frist für die Annahme eines Angebots 15. April
- Start des Programms 15. September

Bewerbung:
- BS oder MS oder gleichwertiger Abschluss
- Lebenslauf und Motivationsschreiben
- Beglaubigte Urkunden der Universitäten
- Kontakt-Adressen für drei Referenzschreiben
- GRE und TOEFL optional