Wissenschaft & Hochschulen

Pädagog/innenbildung NEU

1. Ziele der Pädagoginnen- und Pädagogenbildung NEU

Ein bildungspolitisches Kernprojekt der letzten Jahre betrifft Pädagoginnen- und Pädagogen-bildung, die die Aus- und Weiterbildung aller Personen umfasst, die einen pädagogischen Beruf ergreifen.

Zielsetzungen des Projektes sind eine inhaltliche Aufwertung und weitere Akademisierung des Lehrberufs, eine kompetenzbasierte Ausbildung, die die wissenschaftliche und professionsorientierte Qualifikation der Absolventinnen und Absolventen sicherstellt und die Harmonisierung der Ausbildung an Pädagogischen Hochschulen und an Universitäten mit der Intention von weitreichenden Kooperationen in der Umsetzung. Mit einer neuen Ausbildung sollen Pädagoginnen und Pädagogen bestmöglich für den Einsatz in den in Österreich bestehenden Schularten (Volksschule, Neue Mittelschule, AHS, Berufsbildende Schulen, etc.) vorbereitet werden.

Das Projekt der Pädagoginnen- und Pädagogenbildung NEU sieht eine nach der Bildungshöhe differenzierte Lehramtsausbildung vor, die sich durch das Angebot von achtsemestrigen Bachelorstudien und zwei- bis dreisemestrigen Masterstudien in die Systematik der Bologna-Architektur einfügt. Trägerinnen der Ausbildungen sind Universitäten und Pädagogische Hochschulen, mit dem Ziel unter Schaffung von Synergien im Bereich ihrer Stärken in enger Kooperation Lehramtsausbildungen auf tertiärem Niveau anzubieten, wobei das jeweilige bestehende Angebotssegment durch Kooperationen, beispielsweise in Verbünden von Universitäten und Pädagogischen Hochschulen erweitert werden kann.

Teil der Pädagoginnen- und Pädagogenbildung NEU ist auch eine dienstrechtlich verankerte einjährige Induktion, die der berufsbegleitenden Einführung in das Lehramt unter Begleitung durch eine/n Mentor/in dient.

Um die Flexibilität des Einsatzes der Pädagoginnen und Pädagogen und die Übergänge zwischen Schulstufen und Schularten zu erleichtern, wurden in der Pädagoginnen- und Pädagogenbildung NEU Lehrämter für größere Altersbereiche konzipiert.

Die Studienarchitektur wird für die folgenden Bereiche und Personengruppen geregelt:
Primarstufe; Sekundarstufe (allgemeinbildend und berufsbildend); Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger im Bereich der Allgemein- und Berufsbildung

2. Qualitätssicherungsrat für Pädagoginnen- und Pädagogenbildung

Zur qualitäts- und bedarfsorientierten, wissenschaftlichen Begleitung der Reform wurde 2013 gemeinsam durch das BMWFW (damals: BMWF) und das BMBF (damals: BMUKK) der Qualitätssicherungsrat für Pädagog/innenbildung (QSR) eingerichtet. Ihm gehören sechs Expertinnen und Experten aus dem Bereich des nationalen und internationalen Hochschulwesens an, unterstützt in seiner Arbeit wird er durch eine Geschäftsstelle. Der QSR hat die folgenden Aufgaben:

  • Beobachtung und Analyse der Pädagoginnen- und Pädagogenbildung in Österreich unter Bedachtnahme auf europäische Entwicklungen sowie Erarbeitung von Vorschlägen zu deren Weiterentwicklung,
  • Beratung der Bundesministerinnen und der Bundesminister sowie der hochschulischen Bildungseinrichtungen in Angelegenheiten der Qualitätssicherung und Bedarfsfragen,
  • Studienangebotsspezifische Prüfung der wissenschaftlichen und professionsorientierten Voraussetzungen für die Leistungserbringung von Pädagogischen Hochschulen,
  • Stellungnahme im Rahmen der Curricula-Begutachtungsverfahren zu den Curricula der Lehramtsstudien
  • Jährliche Veröffentlichung eines Berichts über den aktuellen Stand der Pädagoginnen- und Pädagogenbildung in Österreich und Vorlage an den Nationalrat.

Der QSR tagt in regelmäßigen ein- bis zweitägigen Sitzungen. Seine Mitglieder informieren und beraten Universitäten und Pädagogische Hochschulen, die Bundesministerien und verschiedene Interessensgruppen in kontinuierlicher Weise.

3. Aktuelle Entwicklungen

Legistisch umgesetzt wurde die „Pädagoginnen- und Pädagogenbildung NEU“ durch ein Bundesgesetz, mit dem das Hochschulgesetz 2005 (HG), das Universitätsgesetz 2002 (UG) und das Hochschul-Qualitätssicherungsgesetz (HS-QSG) geändert wurden (Bundesrahmengesetz zur Einführung einer neuen Ausbildung für Pädagoginnen und Pädagogen, BGBl. I Nr. xx/2013).

Seit dem in Krafttreten dieses Bundesrahmengesetztes zur Einführung einer neuen Ausbildung für Pädagoginnen und Pädagogen 2013 wurden wichtige Reformfortschritte erzielt: Universitäten und Pädagogische Hochschulen stehen in einem Austausch über Kooperationen, in die sie ihre jeweiligen Stärken und Kompetenzen einbringen wollen. Dieser Austausch erfolgt in vier Verbundregionen:

  • Verbundregion West (Tirol, Vorarlberg) 
  • Verbundregion Mitte (Oberösterreich, Salzburg) 
  • Verbundregion Nordost (Niederösterreich, Wien) 
  • Verbundregion Südost (Burgenland, Kärnten, Steiermark)

Derzeit arbeitet der Qualitätssicherungsrat, unter Einbeziehung aller an der Reform Beteiligten, an einem Entwicklungsplan für die Pädagoginnen- und Pädagogenbildung in Österreich. Im Sinne des im Regierungsübereinkommen formulierten Auftrags wird dieser Entwicklungsplan Empfehlungen für eine qualitätsgeleitete, gesamtösterreichische Steuerung des weiteren Reformprozesses enthalten.

Weiterführende Links

Bundesrahmengesetz zur Einführung einer neuen Ausbildung für Pädagoginnen und Pädagogen
http://www.ris.bka.gv.at/Dokumente/BgblAuth/BGBLA_2013_I_124/BGBLA_2013_I_124.pdf

Gesammelte Materialien des Parlaments zum Gesetzwerdungsprozess
http://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXIV/I/I_02348/

Erläuterungen zur Regierungsvorlage
http://www.ris.bka.gv.at/Dokumente/Begut/BEGUT_COO_2026_100_2_855066/COO_2026_100_2_857819.pdf


Kontakt

Mag. Alexander Kohler
alexander.kohler(at)bmwfw.gv.at