Forschung

CESSDA – Consortium of European Social Science Data Archives

Inhalte und Methoden

CESSDA bildet die Dachorganisation der europäischen sozialwissenschaftlichen Datenarchive, in denen die jeweiligen nationalen Datenbestände aus der sozialwissenschaftlichen Umfrageforschung dokumentiert und archiviert werden. Auch die meisten europäischen Umfrageprogramme sind in einem der nationalen CESSDA-Archive gelagert. CESSDA setzt sich zum Ziel, die Standards der Datendokumentation und Datenarchivierung in der Umfrageforschung europaweit nach einheitlichen Richtlinien zu gestalten. Darüber hinaus soll der Zugang zu diesen Datenbeständen ungehindert, kostenfrei und dauerhaft erfolgen können.

Die Datenbestände von CESSDA erweisen sich für das Verständnis und die Analyse der europäischen Gesellschaft(en) und des langfristigen gesellschaftlichen Strukturwandels in den unterschiedlichsten Bereichen wie Arbeitswelt, Gesundheit, Migration, soziale Ungleichheit, politische Einstellungen, Partizipation, Freizeitgewohnheiten, Kriminalität, Konsummuster u.v.a. als unverzichtbar. Schon seit den 1970ern werden die jeweiligen Datenbestände systematisch archiviert.

Die Vision von CESSDA ist der Aufbau eines gemeinsamen europäischen Datenarchivs, durch das die Sozialwissenschaften von jedem Ort in Europa einen direkten Zugang zu den vorhandenen Datenbeständen erhalten. Für dieses Ziel müssen die technischen, sprachlichen und dokumentationsspezifischen Voraussetzungen geschaffen werden, welche eine problemlose Interoperabilität zwischen den jeweiligen nationalen Datenarchiven gewährleisten.

Mitgliedsländer und Geschichte

Gegenwärtig nehmen 15 Länder teil: Österreich, Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Niederlande, Schweden, Slowakei, Slowenien, Tschechische Republik, Ungarn, Vereinigtes Königreich und als Observer die Schweiz. Österreich ist durch das neu gegründete AUSSDA – The Austrian Social Science Data Archive beteiligt. AUSSDA ist ein Konsortium der Universitäten Wien, Graz und Linz und über den nationalen Beirat sind aktuell insgesamt 13 österreichische Einrichtungen am Auf- und Ausbau des Archivs und seiner Serviceleistungen beteiligt.

Geschichte: CESSDA wurde im Jahr 1976 als europäischer Dachverband der sozialwissenschaftlichen Datenarchive gegründet. 2013 wurde CESSDA als europäische Forschungsinfrastruktur etabliert. Seit 2017 besteht CESSDA in der Rechtsform eines ERIC (European Research Infrastructure Consortium). Österreich ist Gründungsmitglied von CESSDA ERIC. 

Nutzungspotentiale und Zugang zu den Daten

Mit den Daten von CESSDA steht der österreichischen sozialwissenschaftlichen Community eine umfassende und vielfältige Ressource zur Verfügung, die sich für alle Formen der Sekundäranalysen eignet und zudem die langfristigen Untersuchungen von gesellschaftlichen Veränderungsprozessen ermöglicht. Europaweit werden jährlich über CESSDA rund 40.000 Datensätze der sozialwissenschaftlichen Community zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus unterstützt CESSDA die Forscherseite mit Guidelines, Hinweisen und Tools zum Datenmanagement.

AUSSDA – The Austrian Social Science Data Archive

AUSSDA  ist eine zentrale Forschungsinfrastruktur für Sozialwissenschaften in Österreich, die Forschungsdaten und Archivierungsleistungen anbietet. AUSSDA ist ein Konsortium der Universitäten Wien, Graz und Linz. Die zentralen Aufgaben von AUSSDA sind die Archivierung von forschungsgenerierten Daten aus den Sozialwissenschaften in Österreich, sowie deren Aufbereitung, Bekanntmachung und Bewerbung, die Betreuung der österreichischen Teilnahme an dauerhaft angelegten international vergleichenden sozialwissenschaftlichen Umfrageprogrammen, die Forschung im Bereich der Methodenentwicklung, die sozialwissenschaftliche Methodenlehre auf universitärer Ebene, sowie gesellschaftlicher Wissenstransfer.