Forschung

ESS - European Social Survey

Inhalte und Methoden

Der ESS ist eine repräsentative Bevölkerungsumfrage in mehr als 25 europäischen Ländern. Die Themenfelder des ESS reichen von politischer Teilnahme, Vertrauen in Institutionen, Mediennutzung, Sicherheit über Lebensqualität, Genderfragen und Immigration bis hin zu Religion, Werte, Gesundheit, Justiz, Arbeitsbedingungen, Altern, etc.

Jede Welle des ESS setzt sich aus einem immer wiederkehrenden Kernprogramm sowie wechselnden Modulen zusammen, mit denen neue gesellschaftliche Phänomene europäischen Zuschnitts erfasst werden können. Der ESS besticht durch seine äußerst hohe methodische Qualität, etwa bei Fragebogendesign, Pre-Testing, Sampling, Datenerhebung, Reduktion der Antwortverzerrung und Zuverlässigkeit der Fragen, und wurde dadurch zur weltweiten Benchmark im Bereich der Umfrageforschung.

Das wichtigste Ziel des ESS besteht darin, exzellente Datenqualität und eine europäisch vergleichbare, kontinuierliche Datenbasis zu Einstellungen, Verhalten und Lebensverhältnissen zur Verfügung zu stellen. Damit wird es den Sozialwissenschaften ermöglicht, den gesellschaftlichen Wandel und seine Prozesse in komparativer Weise beobachten, messen und analysieren zu können. Darüber hinaus werden im Rahmen des ESS laufend neue methodische Standardsund Tools entwickelt, welche eine größtmögliche Datenvergleichbarkeit zwischen den einzelnen Ländern sicherstellen können.

Mitgliedsländer und Geschichte

Gegenwärtig nehmen rund 30 europäische Länder an einer einzelnen ESS-Welle teil. Der österreichische Teil wird vom Department für Europäische Integration (Univ.-Prof. Dr. Johannes Pollak) des Instituts für Höhere Studien (IHS) koordiniert und Ansprechperson ist Dr. Peter Grand.

Geschichte: Der ESS geht auf eine Initiative von Max Kaase (WZB Berlin) und Sir Roger Jowell (City Univ. London) zurück, wurde ab 1995 im Kontext der European Science Foundation (ESF) konzeptionell entwickelt und wird seit dem Jahr 2002 in Zweijahresintervallen durchgeführt. Im Jahr 2013 erfolgte die Institutionalisierung in der Rechtsform eines europäischen Forschungsinfrastrukturkonsortiums (ERIC).

Nutzungspotentiale und Zugang zu den Daten

Mit den Daten des ESS steht der österreichischen sozialwissenschaftlichen Community eine Ressource zur Verfügung, die sich speziell für komparative Analysen eignet und die sich zudem im Rahmen der universitären Ausbildung in der Politikwissenschaft oder in der Soziologie optimal einsetzen und nutzen lässt. Darüber hinaus bieten die Daten eine Grundlage für gesellschafswissenschaftliche Analysen für Policy Maker, Think Tanks und die Zivilgesellschaft.

Der Datensatz des ESS wurde weltweit bisher über 70.000 Mal heruntergeladen und hat zu einer sehr regen sozialwissenschaftlichen Produktion von Zeitschriftenartikeln und Büchern geführt. Bisher wurden über 3.000 wissenschaftliche Artikel mit Daten des ESS veröffentlicht. Die ESS-Daten stehen kostenlos zur Verfügung.