Forschung

SHARE - Survey of Health, Ageing and Retirement in Europe

Inhalte und Methoden

SHARE ist eine internationale Langzeit-Panelstudie mit dem Ziel, Lebensqualität, Gesundheit, Erwerbsbiographie und Pensionen der Bevölkerung im Alter von über 50 Jahren zu untersuchen und fundierte Strategien zur Erhaltung und Verbesserung des hohen Standards im Gesundheits-, Sozial- und Pensionssystem zu entwickeln und stellt die bedeutendste europäische Datenbasis in diesem Bereich dar.

Mit einem multidisziplinären Team von insgesamt mehr als hundert ForscherInnen aus den Bereichen Ökonomie, Soziologie, Medizin, Psychologie und Demographie arbeitet SHARE am Aufbau einer einzigartigen, europaweit akkordierten, repräsentativen Paneldatenbasis, an der die Entwicklung und die individuellen Aspekte des Alterungsprozesses studiert werden können. Aufgrund des speziellen Paneldesigns schafft sie höchsten wissenschaftlichen Mehrwert. In einem Panel werden dieselben Personen kontinuierlich über mehrere Jahre befragt, wodurch Kausalzusammenhänge erfasst und erklärt werden können. Die Basis besteht derzeit aus Informationen zu mehr als 120.000 Personen im Alter 50+ (knapp 300.000 Interviews).

Um die internationale Vergleichbarkeit der Daten auszubauen, kooperiert SHARE intensiv mit der U.S. Health and Retirement Survey (HRS) und der English Longitudinal Survey of Ageing (ELSA). Auch Alterungsstudien in Japan, Korea und China sind Teil des SHARE Netzwerks.

Mitgliedsländer und Geschichte

Gegenwärtig nehmen 19 europäische Länder (Österreich, Belgien, Dänemark, Deutschland, Estland, Frankreich, Griechenland, Ungarn, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Polen, Portugal, Schweden, Schweiz, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik, Ungarn) und Israel an der SHARE Studie teil.

Die österreichische Teilstudie wird von Univ.-Prof. Rudolf Winter-Ebmer an der Johannes Kepler Universität Linz koordiniert.

Geschichte: Das internationale Forschungsprojekt SHARE wurde 2002 gegründet. Seit 2011 ist SHARE als ein europäisches Forschungsinfrastruktur-Konsortium (ERIC), das erste seiner Art, institutionalisiert.

Nutzungspotentiale und Zugang zu den Daten

Zentrale Vorteile von SHARE sind die internationale Vergleichbarkeit, das Paneldesign, die Longitudinalität und die Interdisziplinarität. Die Daten werden allen ForscherInnen in anonymer Form weltweit kostenlos zur Verfügung gestellt. Seit der Veröffentlichung der ersten SHARE-Daten im April 2005 haben sich weltweit bereits mehr als 6.000 Personen als SHARE-Datennutzer registriert. Österreich zählt rund 200 Datennutzer, wobei Institutionen wie etwa Universitätsinstitute üblicherweise mit einem Zugang arbeiten. Bisher wurden mehrere hundert wissenschaftliche Publikationen auf Basis von SHARE verfasst. Die Themen der Forschungsarbeiten umfassen den Zugang zum Pensionssystem, den Einfluss von Ereignissen in der Kindheit/Jugend auf das spätere Leben, die Versorgung im Gesundheits- und Sozialsystem und viele mehr.