Forschung

Beteiligung an europäischen Internationalisierungsinitiativen

Neben den von Österreich selbst initiierten Internationalisierungsaktivitäten gewinnen Strategien und Projekte, die auf EU-Ebene entwickelt und umgesetzt werden, zunehmend an Bedeutung für die inner- und außereuropäische  Positionierung Österreichs in Forschung, Technologie und Innovation (FTI). Das BMWFW beteiligt sich direkt oder über Unterstützung österreichischer Projektteilnahmen intensiv an diesen Initiativen, um österreichischen FTI Einrichtungen die Teilnahme an internationalen Projekten und Netzwerken zu ermöglichen. Diese Aktivitäten reichen vom Ausbau des forschungsaußenpolitischen Dialogs über die Durchführung gemeinsamer Ausschreibungen für multilaterale Forschungsprojekte bis hin zur Beratung der Europäischen Kommission und des Rates der EU in Fragen der internationalen FTI-Kooperation. 


ERA.NET Projekte
„European Research Area Network“ oder sogenannte ERA.NET Projekte sind Maßnahmen zur Koordinierung nationaler und regionaler Forschungsprogramme mit dem Ziel der Bündelung und Stärkung des Europäischen Forschungsraums. Wesentliche Elemente solcher Projekte sind gemeinsame, koordinierte Forschungsausschreibungen von Fördereinrichtungen aus verschiedenen europäischen Ländern (und gegebenenfalls Partnern aus Drittländern). Abgesehen von thematisch fokussierten ERA.NETs wurde im 7. EU-Forschungsrahmenprogramm auch eine Reihe von Projekten mit regionalem Fokus implementiert, an denen das Ressort bzw. österreichische FTI-Einrichtungen entsprechend der regionalen Schwerpunktsetzung des BMWFW (z.B.: in den Regionen des Westbalkans, in Russland, Afrika, Indien etc.) aktiv beteiligt waren bzw. nach wie vor sind.


INCO.NET Projekte
“International Cooperation Network” oder kurz INCO.NET Projekte sind Maßnahmen zur regionalen Koordination nationaler Forschungspolitiken insbesondere in Hinblick auf die gemeinsame Schwerpunktsetzung im Rahmen regionaler Kooperation. Aktuell nimmt Österreich an Projekten im Donauraum, in Lateinamerika, in Afrika sowie Südostasien und Zentralasien teil. In den Arbeitsprogrammen 2016 und 2017 der Europäischen Kommission sind jedoch keine derartigen Instrumente vorgesehen.


BILAT Projekte
Um die Beteiligung von außereuropäischen Staaten, den sogenannten (EU-Drittstaaten) zu erhöhen,  hat die Europäischen Union im letzten Forschungsrahmenprogramm sogenannte BILAT Projekte durchgeführt die nach wie vor laufen.  „BILAT“ bedeutet „Bilateral S&T Cooperation Partnerships“. Das BMWFW unterstützt die Beteiligung österreichischer Einrichtungen an Projekten mit der Ukraine, Russland, Indien, Kanada und Japan.


Makroregionale Strategien
Makroregionale Strategien stehen in engem Zusammenhang mit der Leitinitiative EUROPA 2020 für ein intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum und zielen inhaltlich auf eine stärkere regionale Kooperation und Koordination ab. Vier derartige Strategien wurden bis dato beschlossen: für den baltischen Raum (EUSBSR), den Donauraum (EUSDR), den adriatisch-ionischen Raum (EUSAIR) und den Alpenraum (EUSALP).
Österreich wirkt seit 2012 aktiv an der Umsetzung der EU Strategie für den Donauraum mit, um die Zusammenarbeit mit den beteiligten 13 Partnerländern unter diesem strategischen Dach mit dieser für Österreich nicht nur wirtschaftlich, sondern auch wissenschaftlich wichtigen Kooperationsregion weiter auszubauen.

In der Ende 2015 lancierten EU Strategie für den Alpenraum wird der Schwerpunkt 2016 auf dem Aufbau der Kooperations- und Koordinationsstrukturen liegen, und Österreich wird hier die Gelegenheit haben mit weiteren wichtigen Partnern in der Nachbarschaft engere Verbindungen im Bereich Forschung und Innovation einzugehen.


SFIC
Das “Strategic Forum for International Science and Technology Cooperation -  SFIC”  an dem das BMWFW gemeinsam mit dem BMVIT teilnimmt ist ein Beratungsgremium für die Europäische Kommission und den Rat der EU für Fragen der Schwerpunktsetzung im Bereich der internationalen Kooperation in Forschung, Technologie und Innovation sowie zur Positionierung der EU im globalen Forschungsraum im Zuge des  Ljubljana Prozesses. SFIC befasst sich u.a. mit Möglichkeiten der koordinierten internationalen Forschungskooperation interessierter EU-Mitgliedsstaaten, führt internationale Awareness-Maßnahmen für den Forschungsstandort Europa durch und unterstützt die Umsetzung der Strategie für internationale Forschungskooperation der Europäischen Kommission. Eigene Länderarbeitsgruppen in SFIC bestehen derzeit für China,  Russland, die USA und Brasilien.  Entwicklungen aufstrebender Forschungsnationen wie Südafrika werden laufend verfolgt und Maßnahmen zur Koordinierung und zum Informationsaustausch entsprechend geplant.
Darüber hinaus ist SFIC auch in die Implementierung der European Research Area Roadmap (ERA Priority 6 – International co-operation) systematisch eingebunden.


Regionale Dialoge
Das BMWFW beteiligt sich an den von der Europäischen Kommission gemeinsam mit den EU-Mitgliedsstaaten regelmäßig geführten politischen Dialogen im FTI Bereich mit Asien (ASEM), Lateinamerika, Afrika, Indien und der Mittelmeerregion. In diesem Rahmen werden regionale Kooperationspotentiale diskutiert und gemeinsame Strategien entwickelt sowie Synergien mit anderen Gemeinschaftspolitiken bzw. mit Aktivitäten der EU-Mitgliedsstaaten angestrebt.
Wissenschaftsaußenstellen in Washington und Peking.