Forschung

Forschungsland Österreich

Wer forscht woran?

Wer woran forscht und wie sich die Forschung in Österreich entwickelt, wird von den Mitarbeiter/innen der Statistik Austria  alle zwei Jahre erhoben. Der Artikel beschreibt die wichtigsten Ergebnisse der Vollerhebung aus dem Jahr 2015.

Neue Strukturen der Forschungsförderung und Forschungsfinanzierung sowie neue Formen der Kooperation in der Forschung haben die Forschungslandschaft in Österreich in den vergangenen Jahren stark verändert und dynamisiert. Sie wird von den jetzt 22 öffentlichen Universitäten des Landes mit ihren 1.181 forschungsdurchführenden Einheiten ebenso wie von den rund 3.611 forschenden Unternehmen in Österreich, vorwiegend von klein- und mittelbetrieblichen Strukturen und einigen wenigen großen Unternehmen geprägt, wobei internationale Konzerne mit ihren Headquarters in Österreich einen gewichtigen Beitrag zur Forschung leisten. Eine wichtige Rolle spielen auch die vielfältigen Einrichtungen der außeruniversitären Forschung, von dem Austrian Institute of Technology (AIT), der größten außeruniversitären Forschungsgruppe, bis zur Österreichischen Akademie der Wissenschaften, der größten Institution der Grundlagenforschung außerhalb der Universitäten. Nicht zuletzt haben auch die Bundesländer in den vergangenen Jahren ihre Aktivitäten in Forschung und Entwicklung kräftig ausgebaut und sowohl in der Forschung selbst als auch in der Forschungsförderung neue Strukturen und Instrumente geschaffen.

Im Jahr 2015 wurden in Österreich in allen volkswirtschaftlichen Sektoren insgesamt 10.499,146 Mio. EUR für Forschung und experimentelle Entwicklung (F&E) ausgegeben. Insgesamt sind 126.171 Menschen (71.395,9 Vollzeitäquivalente) in Österreich im Bereich Forschung und Entwicklung beschäftigt, rund 61 Prozent davon als wissenschaftliches Personal. Die jüngste Vollerhebung der Statistik Austria zu Forschung und Entwicklung in Österreich mit Berichtsjahr 2015 zeichnet die Strukturen der Forschung nach:

  • Wer finanziert in Österreich F&E?
    Wichtigste Finanzgeber sind 2015 die Unternehmen mit 5,222 Mrd. € bzw. einem Anteil von rd. 50% an den gesamten F&E-Ausgaben. Die öffentliche Hand finanzierte mit 3,485 Mrd. € einem Anteil von 33%, Ausland 1,738 Mrd. € rd. 17% der Gesamtausgaben (Näheres siehe eigenes Kapitel zur Forschungsfinanzierung).
  • Wer arbeitet in Österreich an F&E?
    71.395,9 Menschen (berechnet in Vollzeitäquivalenten VZÄ) waren im Jahr 2015 in Österreich in F&E beschäftigt, davon etwas weniger als ein Viertel Frauen. Das bedeutet gegenüber der Erhebung aus dem Jahr 2013 ein Plus von rd. 8% und einen neuen Höchststand an Beschäftigten. 43.562,4 VZÄ (rd. 61%) sind dem wissenschaftlichen Personal (Akademiker/innen und gleichwertige Kräfte) zuzurechnen, davon sind rd. 23 % Frauen.
  • Der Auslastungsgrad, das Verhältnis VZÄ zu Personen, liegt insgesamt bei rd. 57% - bei Frauen insgesamt bei rd. 45%, bei Männern hingegen bei rd. 62%. Dies deutet auf hohe Teilzeitbeschäftigung und an Hochschulen auch höhere Lehrtätigkeit v.a. der Frauen hin.
  • In welchen Sektoren sind Forscher/innen beschäftigt?
    Rd. 71 Prozent der gesamten Beschäftigten in F&E sind im Unternehmenssektor tätig (zu dem die Statistik auch als Unternehmen organisierte Einrichtungen der kooperativen Forschung wie die Kompetenzzentren oder das Austrian Institute of Technology hinzurechnet). Rund ein Viertel – 24,8% - findet seine Beschäftigung im Hochschulsektor (zu dem die Statistik auch die Akademie der Wissenschaften, das Institute of Science and Technology Austria und die Fachhochschulen zählt). 3,7 Prozent betreiben F&E in staatlichen Einrichtungen außerhalb der Universitäten, 0,7 Prozent im privaten, gemeinnützigen Bereich.
    Das Verhältnis männlicher zu weiblichen Beschäftigten sieht folgendermaßen aus: Hochschulsektor 57:43, Unternehmenssektor 84:16, Sektor Staat 54:46, privater gemeinnütziger Sektor: 45:55.
  • In welchen Sektoren wird geforscht?
    Forschung findet hauptsächlich im Unternehmenssektor statt, rd. 71 Prozent aller F&E-Ausgaben fallen dort an, davon zu 89% in der firmeneigenen Forschung, 11% im kooperativen Bereich.  Rd. 24 Prozent der F&E-Ausgaben werden im Hochschulsektor abgewickelt. 4,6 Prozent der Aktivitäten entfallen auf den Sektor Staat, 0,5% auf private gemeinnützige Einrichtungen.
  • Woran wird geforscht?
    Die Statistik rechnet 2015 17,9 Prozent der F&E-Ausgaben der Grundlagenforschung zu, die wiederum zu 74 Prozent im  Hochschulsektor und zu 20 Prozent im Unternehmenssektor durchgeführt wird. 35,1 Prozent der Gesamtausgaben werden für die Angewandte Forschung getätigt, wovon 69 Prozent im Unternehmenssektor und 25 Prozent im Hochschulsektor abgewickelt wird. 47 Prozent der Ausgaben schließlich entfallen auf Experimentelle Entwicklung, die zu 95 Prozent in den Unternehmen stattfindet.
  • Wo wird geforscht?
    In der regionalen Betrachtung der F&E-Ausgaben nach Bundesländern entfallen 2015, gemessen nach dem Hauptstandort des Unternehmens, der Erhebungseinheit rd. 33 Prozent aller Aktivitäten auf Wien. Die Steiermark folgt mit 19,7 Prozent, vor Oberösterreich mit 17 Prozent. Tirol (9,3 Prozent) und Niederösterreich (7,6 Prozent) rangieren dahinter. Kärnten kommt auf einen Anteil von 6 Prozent, Salzburg auf 3,7 Prozent, Vorarlberg liegt bei 2,8 Prozent und das Burgenland bei 0,8 Prozent.

 
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