Forschung

proVISION

Wie können wir auf Klimawandel und Raumentwicklung verantwortungsvoll Einfluss nehmen? Was sind die künftigen Kosten des Klimawandels, wer trägt sie? Wie kann Österreich internationale Abkommen betreffend nachhaltige Entwicklung gestalten und seine Verpflichtungen am besten wahrnehmen? Was für eine Wissenschaftskultur braucht eine vorsorgende Gesellschaft?
Angesichts des globalen Wandels und der Beschleunigung und Virtualisierung unseres Lebens gewinnen solche Fragen an Brisanz. proVISION, ein Forschungsprogramm des Wissenschaftsministeriums, widmet sich diesen Fragen. Mit proVISION setzt das BMWFW die interministerielle Strategie "Forschung für nachhaltige Entwicklung" (FORNE) um: gemeinsam mit komplementären Forschungsprogrammen anderer Bundes- und Länderressorts erarbeitet proVISION das wissenschaftliche Fundament der österreichischen Nachhaltigkeitsstrategie.
proVISION fördert die internationale Zusammenarbeit und sucht den Dialog mit der Gesellschaft. Die Projekte sind handlungsorientiert und verbinden Wissenschaft mit Bildung. Sie entwickeln Visionen für die Anpassung an den Klimawandel, ganz generell für den verantwortungsvollen Umgang mit den Lebensgrundlagen. Damit leistet das Programm einen wesentlichen Beitrag zum wettbewerbsfähigen Europa – wie es die EU mit der Lissabon-Strategie anstrebt.  

die Leitfragen
proVISION ist durch sieben Leitfragen strukturiert:
Leitfrage 1: Risiko, Unsicherheit, Ungewissheit
Leitfrage 2: vorsorgende Lebensweisen
Leitfrage 3: Wohlstand und Kostengerechtigkeit
Leitfrage 4: Umwelt im Gleichgewicht
Leitfrage 5: Raumentwicklung, Raumnutzung
Leitfrage 6: globale Verantwortung
Leitfrage 7: Dialog für Nachhaltigkeit 

Im Kontext dieser Themen erforscht proVISION die Funktionen und Leistungen der Ökosysteme, nicht isoliert, sondern in ihrem Zusammenspiel mit der Dynamik gesellschaftlicher Vorgänge. 

proVISION soll Wissen bereitstellen, mit dem sich die vordringlichen Aufgaben der Vorsorge im Sinne der Nachhaltigkeit bewältigen lassen: Anpassung an den Klimawandel und seine Folgen, adäquate Lebens- und Wirtschaftsmodelle, schonende Nutzung der Lebens- und Wirtschaftsgrundlagen, Entwicklung und Schutz des Lebensraumes. Transdisziplinarität ist das leitende Forschungsprinzip; es steht für jene wissenschaftliche Arbeit, in der außerwissenschaftliche Partner, Partnerinnen an der Entstehung des Wissens mitwirken, ihre Problemsicht, ihr Wissen, ihre Erfahrungen in die Forschung einbringen und dadurch die Schlagkraft der Wissenschaft verbessern.

Mit proVISION setzt das BMWFW seine Tradition fort, Forschung für nachhaltige Entwicklung zu fördern. Zersiedelung, Abwanderung aus peripheren Regionen, steigendes Verkehrsaufkommen, Verlust an Biodiversität und andere Probleme der Landnutzung haben das BMWFW bereits zu Beginn der 1990er Jahre dazu bewogen, eine Strategie für Forschung für nachhaltige Entwicklung zu erarbeiten. Erstes Ergebnis war das 1995 gestartete Programm Kulturlandschaftsforschung (kurz KLF), dem 2004 das Programm proVISION folgte.  

Beide Programme, KLF und proVISION, unterscheiden sich von anderen thematischen Programmen durch die Forschungsprinzipien: neben Inter- und Transdisziplinarität fordert das Programm Internationalität und Verankerung in den Regionen. Klare, allgemein verständliche Sprache ist ein weiteres Prinzip, das bereits in der KLF gefördert wurde. Beide Programme setzen auf die Kooperation von Bund und Bundesländern.